Über mich

Me_Juni_2015_2Willkommen auf der Website von Jürgen Vielmeier! Ich bin freier Technikjournalist, -texter, Blogger und Vlogger in Bonn. Ich leite das Euronics Trendblog und produziere seit Anfang 2015 zusätzlich die wöchentliche Videokolumne Euronics Trendcast. Ich erstelle Techniktexte für Websites, Mailings und Online-Publikationen. Zuvor war ich für die bekannten Techblogs Neuerdings.com, Netzwertig.com und Basic Thinking als Redakteur und in leitenden Funktionen aktiv. Das Archiv meines alten Blogs Leidartikel ist nach wie vor online. Geblieben ist davon noch mein Twittername @leidartikel. In meinem Blog geht es um den Medienwandel, digitales Nomadentum (Home Office), Gesellschaft, Technik und was immer mir gerade am Herzen liegt.

Das Web, das wir immer noch haben

Bild: Craig Sunter unter CC-Lizenz BY-ND 2.0

Bild: Craig Sunter unter CC-Lizenz BY-ND 2.0

Der iranische Blogger und Regimekritiker Hossein Derakhshan wurde im Jahr 2008 verhaftet, saß mehrere Jahre im Gefängnis, bevor er Ende 2014 überraschend begnadigt wurde. Aber das Netz, das er danach vorfand, war nicht mehr dasselbe, schrieb er jüngst in einem bemerkenswerten Blogbeitrag mit dem Titel „The Web we have to save„, der mich gestern Abend beim Lesen sehr nachdenklich gemacht hat. Continue reading

Ich bin gerne freier Journalist, ich nutze nur viel zu wenige von meinen Freiheiten

Bild: Linus Bohmann via Flickr unter CC-Lizenz BY 2.0

Bild: Linus Bohmann via Flickr unter CC-Lizenz BY 2.0

Der Timo Stoppacher hat mich gefragt, ob ich an einer Blogparade zum Thema „Warum ich gerne freier Journalist bin“ teilnehmen könnte.

Bin ich. Kann ich, aber es wird nicht so leicht, Vor- und Nachteile klar voneinander zu trennen. Continue reading

Keine Sorge, auch wenn der Journalismus stirbt: Mit uns wird’s schon weiter gehen!

schrieb Videopunk Markus Hündgen neulich auf Twitter. Ich wollte ihm reflexartig widersprechen, ich verstand aber auch sofort, warum er das schrieb, und warum das nicht nur auf seine Perspektive als Videoblogger zutrifft. Einzelne YouTuber haben heute Einschaltquoten (neudeutsch: Views) im Millionenbereich. Viele TV-Sendungen würden sich alle zehn Finger nach solchen Zahlen lecken. Hündgens Botschaft mit dem schlichten Tweet oben: Was uns heute interessiert, was geteilt und geliked wird, kurz: was unsere Aufmerksamkeit erregt, stammt immer seltener von Journalisten. Continue reading

Einslive, triff deinen größten Widersacher für die nächsten 20 Jahre – Pennylive

Pennylive

Neulich, Ostern, unternahm ich eine Spritztour ins Grüne. Der Tag war gut gewählt, denn im Radio feierte Einslive seinen 20. Geburtstag mit einer Zuschauer-Top 100 und allen alten Bekannten. Nirvana, Oasis, die Fantas, die Brote, die Hosen. Notstalgie pur. Platz 1 war „Schrei nach Liebe“ von den Ärzten und die Moderatoren verlasen schwärmerisch Mails von Hörern, die in romantischen Erinnerungen schwelgten: „Bin mit dem Auto an den See gefahren, wie früher, habe das Schiebedach aufgemacht, schaue mir die Wolken an, wie früher, höre 1live und genieße das Leben.“ Wie früher. Es war ein schöner Moment, es war voller Erinnerungen, es war ein Stück heile Welt in diesen so unheilvollen Zeiten. Continue reading

„Wie ich mich von der Welt zurückzog und dabei unermesslich reich wurde“

… war der Titel eines Vortrags, den ich auf dem 1. Bonner BarCamp gehalten habe. Natürlich ein recht plakativer Titel – ich habe weder einen Maserati vor der Tür stehen, noch eine Yacht, eine Villa, geschweige denn ein eigenes Haus. Warum ich mich trotzdem reich fühle, habe ich in einer kleinen Session auf dem BarCamp dargelegt und dabei ein bisschen aus meinem Leben erzählt. Continue reading

„Auf der Straße stehen Hunderte, die deinen Job machen könnten“

Queue_Flickr

Diesen Satz habe ich zum Glück bisher noch nie von einem Chef oder Auftraggeber gehört. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich das auch so schnell nicht werde. Weil er nämlich nicht stimmt. In der Praxis zumindest nicht. Continue reading

Offline-Zalando: Mit einem Servicetrick könnte der Einzelhandel das große, böse Z ausstechen

Gestern wollte ich Schuhe kaufen, und das ist für mich nicht immer ganz einfach: Ich habe Größe 46, oft auch 47. Viel Auswahl gibt es in diesen Sphären nicht mehr. Aber irgend etwas habe ich eigentlich bisher immer gefunden. Also trollte ich mich gestern in die Bonner Fußgängerzone, klapperte zehn Geschäfte ab und fand – nichts. Es gab wie immer schöne Modelle in anderen Größen, es gab attraktive Angebote, aber nichts, was mir gepasst hätte.

Dem Erlebnis setzte eine Verkäuferin die Krone auf. Auf meine Frage, ob es ein gewünschtes Modell auch in 46 gäbe, sagte sie: „46?! Nein. Die bekommen wir nur noch bis 45. Ich weiß noch nichtmal, ob die überhaupt noch bis 46 hergestellt werden.“ Na, schönen Dank auch. Also, ab nach Hause und das Internet angeschmissen. Was blieb mir jetzt noch anderes übrig, als mir Schuhe online zu kaufen. Vielleicht sogar bei den kritikwürdigen Großhändlern mit dem großen Z?

Dabei wäre es so einfach gewesen. Das Showrooming war erfolgreich. Ich fand schöne Schuhe, bequeme Schuhe, die Preise waren in Ordnung, das Personal erfreulich unaufdringlich und hilfsbereit. Es war nur die Größe vergriffen, die ich brauchte. Kein eigentlich so großes Problem also. Ich wollte meine Ware dort kaufen, aber ich konnte nicht. Continue reading

Zwei Wochen über die Ringstraße durch Island oder: Iceland on the Rocks – ein Reisebericht

Ich fuhr mit meiner Freundin zwei Wochen lang auf der Ringstraße durch Island. Weil vielleicht der eine oder die andere ähnliche Pläne hat, habe ich meine Eindrücke hier einmal festgehalten und sie mit Bildern unterstrichen. Noch Fragen? Dann fragen! Ansonsten: einfach lesen, gucken – und hinfahren! :)

Island: Landschaft in allen Formen und Farben

Island: Landschaft in allen Formen und Farben

Anreise: Es geht durchaus günstig

Wir flogen mit der Lufthansa von Düsseldorf nach Keflavik, Islands internationalem Flughafen. Weil wir mehrere Monate im Voraus buchten, war der Flug erschwinglich: pro Nase hin und zurück rund 250 Euro. Lufthansa fliegt in den warmen Monaten täglich meist spät abends von Düsseldorf oder Köln/Bonn und sicher auch von einigen anderen deutschen Flughäfen aus. Der Service war gut. Weitere Airlines, die Island anfliegen, sind unter anderem – natürlich – Icelandair und die noch recht junge isländische Billigfluggesellschaft WOW Air, für die meine Freundin am Abend unseres Rückflugs aus Spaß noch nach möglichen Alternativen suchte und selbst für den kommenden Tag noch einen Rückflug nach Düsseldorf fand, der 130 Euro pro Nase gekostet hätte.

Blick auf den Keflavik-Flughafen (und jede Menge Mietwagen) um etwa 1 Uhr morgens.

Blick auf den Keflavik-Flughafen (und jede Menge Mietwagen) um etwa 1 Uhr morgens.


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Berlin war wie immer eine hochemotionale Angelegenheit

Eine Reise nach Berlin ist auch immer eine Reise ins Ich. War bei mir bisher jedes Mal so und dieses Mal nicht anders. Obwohl ich die schnodderigen BVG-Ticketverkäufer am Flughafen mittlerweile urig und nicht mehr beleidigend finde. Obwohl mir die vielen Hipster und Selbstdarsteller inzwischen meist egal sind. Obwohl ich hier mittlerweile meine Lieblingsplätze kenne und jedes Mal gerne wieder besuche.

Und doch kommt man nicht umhin, viel über sich selbst und seine eigene Situation nachzudenken, besonders, wenn man als Netzmensch plötzlich auf der Republica unter 6.000 anderen Netzmenschen ist – und irgendwie den Faden verloren hat. 2008 war ich zum ersten und bis zu diesem Jahr einzigen Mal auf der Republica, die damals noch den Anmut eines besseren Klassentreffens hatte. Es hat seitdem ein Generationswechsel stattgefunden. Ich habe das vor allem an den Menschen erfahren, die ich diesmal getroffen habe. Continue reading

© 2015 Jürgen Vielmeier

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