Sie sind ein großes Unternehmen und haben gerade ein neues Produkt vorgestellt, das einige Journalisten und damit im nächsten Schritt auch potenzielle Kunden interessieren könnte? In diesem Falle ist es notwendig, die eigenen Pressebilder dazu so schwer zugänglich wie möglich zu machen. Die Aura des Mystischen wird ihr Produkt zum Verkaufsschlager machen. Folgende wertvolle Tipps helfen Ihnen dabei:

  1. Bieten Sie auf Ihrer Presse-Seite nur Texte, aber keine Bilder an. Nennen Sie keinen Ansprechpartner.
  2. Stellen Sie Ihre Bilder nicht auf einer Internetseite zur Verfügung, sondern geben Sie sie nur auf Anfrage heraus. Vorschaubilder sind nicht notwendig. Anfragen sind per E-Mail oder Post direkt an die Konzernleitung in den USA zu stellen.
  3. Begrenzen Sie die Lizenz für die Nutzung eines Bildes auf sechs Monate.
  4. Erlauben Sie die Nutzung nur bei Nennung von Fotograf, Unternehmen, Agentur und Lizenz, Aufnahmeort, abgebildete Personen und Bildinhalt im vorgeschriebenen Wortlaut. Bringen Sie zur Sicherheit ein Wasserzeichen im Bild unter.
  5. Untersagen Sie strengstens, das Bild zu bearbeiten oder das Format von 501 Pixeln Breite und 1.023 Pixeln Höhe zu beschneiden.
  6. Bieten Sie Pressebilder nur im Paket mit einer gezippten Pressemappe an, die zusätzlich wertvolle Gesamtkataloge, Datenblätter und Lizenzverträge enthält und 400 MB nicht unterschreitet. Verstecken Sie die Bilder Ihres neuen Produktes im Ordner „Sonstiges“ im fünften Unterverzeichnis.
  7. Bieten Sie Pressebilder stets nur in höchster Qualität an. 300 dpi und 9.540 mal 11.820 Pixel, das .tif-Format und eine Mindestgröße von 12 MB sind im Netz Standard.
  8. Bieten Sie Vorschaubilder in 200 mal 150 Pixel Größe an, die dann über einen separaten Link heruntergeladen werden müssen. Verhindern Sie mit JavaScript das Aufrufen des Kontextmenüs, mit dem sich Bilder direkt speichern ließen.
  9. Mahnen Sie Blogger ab, die nicht Agentur, Urheber, Bildgröße und Lizenz als Bildunterschrift gewählt haben, sondern nur Agentur, Urheber und Lizenz. Machen Sie hier keine Ausnahmen, weil man sie sonst nicht ernst nehmen würde.

Auch für Blogger gibt es einige Tipps, wie man mit Pressebildern am besten verfährt und den Argwohn der Pressestellen ein- für allemal ausräumt:

  1. Schnapp dir ein Bild von einer beliebigen Seite. Sobald du es in dein WordPress-System hochgeladen hast, gehen die Rechte auf dich über.
  2. Nenne dich selbst als Quelle und kennzeichne das Bild mit deinem eigenen Wasserzeichen.
  3. Verzichte auf die Angabe von Urheber, Lizenzinhaber, Lizenz und einen Link auf die Website des Fotografen.
  4. Bilder mit einer Creative-Commons-Lizenz dürfen grundsätzlich frei genutzt, vervielfältigt und weiterverkauft werden. Der Urheber ist hierbei nicht zu verlinken.
  5. Wenn sich das Bild nur über den Umweg eines Screenshots speichern ließ, ist das okay. Schreibe „Quelle: Screenshot“ dazu.

Das Internet ist ein rechtsfreier Raum und alles ist hier so viel einfacher als früher. Gottlob!