Wie ich einen Monat im Auto arbeitete und dabei Skandinavien erkundete

Rentier-Finnland

Neulich morgens bin ich einfach losgefahren. Alle Sachen ins Auto und ab. Zunächst nach Lübeck, dann weiter durch Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen bis zum Nordkap. Und von da weiter nach Russland. Das Ganze war kein Urlaub übrigens: Ich habe in der Zeit ganz normal gearbeitet. Im Auto.

Okay, so viel zur Legendenbildung. Ganz so einfach, wie es klingt und wie man es in der Literatur wahrscheinlich darstellen würde, war es dann doch nicht. Bevor ich „einfach so“ losgefahren bin, habe ich…

  • Mir einen groben Plan gemacht, wann, wohin und wie teuer eigentlich
  • Mir alles Mögliche an Technik für unterwegs besorgt, um vernünftig arbeiten und im Auto „wohnen“ zu können.
  • Mir eine Matratze bestellt, um im Auto auch schlafen zu können.
  • Mir Vorräte und Proviant gekauft. Solches, das sich gut für Camping-Reisen eignet
  • Mir ein Visum für Russland besorgt nebst etlichen weiteren Dokumenten, die ich dafür brauchte, wie einen internationalen Führerschein, für den ich wiederum den neuen EU-Führerschein brauchte…
  • Und, äh, ja, dann musste ich mir erst noch ein Auto kaufen.

Und auch das ist nur die Hälfte der Wahrheit. Zwei Tage, bevor ich ursprünglich losfahren wollte, sprang mein Auto nicht mehr an (fünf Tage zuvor erst gekauft!). Der Pannendienst musste kommen. Der Techniker sagte, das könnte wohl wieder passieren. Und mit der Schrottkarre sollte ich auf gut Glück 8.000 Kilometer zum Nordkap, nach Russland und zurück fahren?

Ich tat es und es hat funktioniert. Ich habe in Finnland die Straße mit Rentieren geteilt, bin am Nordkap fast weggeweht, in Russland von einem Soldaten davongejagt worden, hab mich in Norwegen morgens im Gebirgsbach gewaschen und tolle Menschen aus aller Welt kennengelernt. In Polen ist mein Wagen dann tatsächlich noch einmal liegen geblieben. Vor einer Mautstelle, dessen Wachmann mich dann auf einen Tee eingeladen hat.

Die wichtigste Erfahrung: Es geht irgendwie. Jeder Tag steckt voller neuer Herausforderungen, und die werden dann eben gelöst. Das ist anstrengender, als zuhause im sicheren Hafen Home Office zu sitzen. Und es gibt einem den nötigen Tritt in den Allerwertesten, um selbigen mal hoch zu bekommen.

Meine Eindrücke dieser Reise habe ich drüben im Euronics Trendblog in der Serie Mobile Office festgehalten. Dort lest ihr, was ich alles so an Technik für das Mobile Office mitgenommen habe, warum Schweden das ideale Land für digitale Nomaden und warum die Sonne der größte Feind für das Arbeiten unterwegs ist, warum das Ganze ohne die EU und ein fantastisches Gesetz nicht möglich gewesen wäre und welche Erkenntnis am Ende stand.

Spoiler: Es war großartig!

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