Offline-Zalando: Mit einem Servicetrick könnte der Einzelhandel das große, böse Z ausstechen

Gestern wollte ich Schuhe kaufen, und das ist für mich nicht immer ganz einfach: Ich habe Größe 46, oft auch 47. Viel Auswahl gibt es in diesen Sphären nicht mehr. Aber irgend etwas habe ich eigentlich bisher immer gefunden. Also trollte ich mich gestern in die Bonner Fußgängerzone, klapperte zehn Geschäfte ab und fand – nichts. Es gab wie immer schöne Modelle in anderen Größen, es gab attraktive Angebote, aber nichts, was mir gepasst hätte.

Dem Erlebnis setzte eine Verkäuferin die Krone auf. Auf meine Frage, ob es ein gewünschtes Modell auch in 46 gäbe, sagte sie: „46?! Nein. Die bekommen wir nur noch bis 45. Ich weiß noch nichtmal, ob die überhaupt noch bis 46 hergestellt werden.“ Na, schönen Dank auch. Also, ab nach Hause und das Internet angeschmissen. Was blieb mir jetzt noch anderes übrig, als mir Schuhe online zu kaufen. Vielleicht sogar bei den kritikwürdigen Großhändlern mit dem großen Z?

Dabei wäre es so einfach gewesen. Das Showrooming war erfolgreich. Ich fand schöne Schuhe, bequeme Schuhe, die Preise waren in Ordnung, das Personal erfreulich unaufdringlich und hilfsbereit. Es war nur die Größe vergriffen, die ich brauchte. Kein eigentlich so großes Problem also. Ich wollte meine Ware dort kaufen, aber ich konnte nicht. Weiterlesen

Zwei Wochen über die Ringstraße durch Island oder: Iceland on the Rocks – ein Reisebericht

Ich fuhr mit meiner Freundin zwei Wochen lang auf der Ringstraße durch Island. Weil vielleicht der eine oder die andere ähnliche Pläne hat, habe ich meine Eindrücke hier einmal festgehalten und sie mit Bildern unterstrichen. Noch Fragen? Dann fragen! Ansonsten: einfach lesen, gucken – und hinfahren! 🙂

Island: Landschaft in allen Formen und Farben

Island: Landschaft in allen Formen und Farben

Anreise: Es geht durchaus günstig

Wir flogen mit der Lufthansa von Düsseldorf nach Keflavik, Islands internationalem Flughafen. Weil wir mehrere Monate im Voraus buchten, war der Flug erschwinglich: pro Nase hin und zurück rund 250 Euro. Lufthansa fliegt in den warmen Monaten täglich meist spät abends von Düsseldorf oder Köln/Bonn und sicher auch von einigen anderen deutschen Flughäfen aus. Der Service war gut. Weitere Airlines, die Island anfliegen, sind unter anderem – natürlich – Icelandair und die noch recht junge isländische Billigfluggesellschaft WOW Air, für die meine Freundin am Abend unseres Rückflugs aus Spaß noch nach möglichen Alternativen suchte und selbst für den kommenden Tag noch einen Rückflug nach Düsseldorf fand, der 130 Euro pro Nase gekostet hätte.

Blick auf den Keflavik-Flughafen (und jede Menge Mietwagen) um etwa 1 Uhr morgens.

Blick auf den Keflavik-Flughafen (und jede Menge Mietwagen) um etwa 1 Uhr morgens.


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Berlin war wie immer eine hochemotionale Angelegenheit

Eine Reise nach Berlin ist auch immer eine Reise ins Ich. War bei mir bisher jedes Mal so und dieses Mal nicht anders. Obwohl ich die schnodderigen BVG-Ticketverkäufer am Flughafen mittlerweile urig und nicht mehr beleidigend finde. Obwohl mir die vielen Hipster und Selbstdarsteller inzwischen meist egal sind. Obwohl ich hier mittlerweile meine Lieblingsplätze kenne und jedes Mal gerne wieder besuche.

Und doch kommt man nicht umhin, viel über sich selbst und seine eigene Situation nachzudenken, besonders, wenn man als Netzmensch plötzlich auf der Republica unter 6.000 anderen Netzmenschen ist – und irgendwie den Faden verloren hat. 2008 war ich zum ersten und bis zu diesem Jahr einzigen Mal auf der Republica, die damals noch den Anmut eines besseren Klassentreffens hatte. Es hat seitdem ein Generationswechsel stattgefunden. Ich habe das vor allem an den Menschen erfahren, die ich diesmal getroffen habe. Weiterlesen

Ein Beruf mit Zukunft: Tue es selbst

Der alte Weg war gar nicht mal so schlecht: Lern was, finde eine gute Stelle, bei der du deine 2.000 bis 3.000 Euro brutto verdienst, nach und nach weiter aufsteigst, noch mehr verdienst und dann irgendwann mit Anfang 60 aufhörst und eine gute Rente genießt.

Dieser Weg steht mir nicht mehr offen, obwohl ich was Anständiges gelernt habe. Weiterlesen

Zumindestens

Ich bin zunehmend von Menschen umgeben, die das Wort „zumindestens“ verwenden, eine Kombination aus „zumindest“ und „mindestens“, die wie „zumindest“ benutzt wird. Der Sprachpapst in mir will das dann jedes Mal am liebsten korrigieren, denn dieses Wort gibt es nicht.

Das heißt, Moment, das Wort steht nicht im Duden. Aber dort stand ja auch „moin“ sehr lange nicht, was keinesfalls bedeutete, dass es den nordischen Gruß nicht gegeben hätte. „Zumindestens“ hat immerhin einen Eintrag bei Wiktionary, selbst wenn dort steht:

„Dieses Wort existiert lediglich in der Umgangssprache und ist streng genommen falsch.“

„Streng genommen“. Aber wer sagt denn, dass man alles immer streng nehmen muss? Was haben wir davon, immer alles streng zu nehmen, so ernst zu sein? Sprache ist lebendig, warum sträuben wir uns gegen Veränderungen?

Was interessant ist: Für „zumindestens“ finden sich Einträge beim Übersetzungsdienst Linguee, im Online-Wörterbuch dict.cc (mit dem Hinweis, es sei falsch) und ein Forums-Eintrag bei Pons. Auch im Zwiebelfisch-ABC hat „zumindestens“ einen eigenen Eintrag mit Hinweis auf den kleinen Bruder „zumeistens“.

Neulich ertappte ich mich selbst dabei, wie ich einmal aus Versehen „zumindestens“ sagte. Der Einfluss meiner Mitmenschen färbt auf mich ab. Und ich erlebte auch, dass ich mich seitdem weniger daran störte, wenn jemand, mit dem ich sprach, „zumindestens“ sagte. Bei einem Wort, das derart häufig verwendet und gegoogelt wird (1,7 Millionen Mal!), sollte es in Ordnung sein, es zu verwenden. Zumindestens in der gesprochenen Sprache.

Über den erfolgreichen Umgang mit Pressebildern

Sie sind ein großes Unternehmen und haben gerade ein neues Produkt vorgestellt, das einige Journalisten und damit im nächsten Schritt auch potenzielle Kunden interessieren könnte? In diesem Falle ist es notwendig, die eigenen Pressebilder dazu so schwer zugänglich wie möglich zu machen. Die Aura des Mystischen wird ihr Produkt zum Verkaufsschlager machen. Folgende wertvolle Tipps helfen Ihnen dabei:

  1. Bieten Sie auf Ihrer Presse-Seite nur Texte, aber keine Bilder an. Nennen Sie keinen Ansprechpartner.
  2. Stellen Sie Ihre Bilder nicht auf einer Internetseite zur Verfügung, sondern geben Sie sie nur auf Anfrage heraus. Vorschaubilder sind nicht notwendig. Anfragen sind per E-Mail oder Post direkt an die Konzernleitung in den USA zu stellen.
  3. Begrenzen Sie die Lizenz für die Nutzung eines Bildes auf sechs Monate.
  4. Erlauben Sie die Nutzung nur bei Nennung von Fotograf, Unternehmen, Agentur und Lizenz, Aufnahmeort, abgebildete Personen und Bildinhalt im vorgeschriebenen Wortlaut. Bringen Sie zur Sicherheit ein Wasserzeichen im Bild unter.
  5. Untersagen Sie strengstens, das Bild zu bearbeiten oder das Format von 501 Pixeln Breite und 1.023 Pixeln Höhe zu beschneiden.
  6. Bieten Sie Pressebilder nur im Paket mit einer gezippten Pressemappe an, die zusätzlich wertvolle Gesamtkataloge, Datenblätter und Lizenzverträge enthält und 400 MB nicht unterschreitet. Verstecken Sie die Bilder Ihres neuen Produktes im Ordner „Sonstiges“ im fünften Unterverzeichnis.
  7. Bieten Sie Pressebilder stets nur in höchster Qualität an. 300 dpi und 9.540 mal 11.820 Pixel, das .tif-Format und eine Mindestgröße von 12 MB sind im Netz Standard.
  8. Bieten Sie Vorschaubilder in 200 mal 150 Pixel Größe an, die dann über einen separaten Link heruntergeladen werden müssen. Verhindern Sie mit JavaScript das Aufrufen des Kontextmenüs, mit dem sich Bilder direkt speichern ließen.
  9. Mahnen Sie Blogger ab, die nicht Agentur, Urheber, Bildgröße und Lizenz als Bildunterschrift gewählt haben, sondern nur Agentur, Urheber und Lizenz. Machen Sie hier keine Ausnahmen, weil man sie sonst nicht ernst nehmen würde.

Auch für Blogger gibt es einige Tipps, wie man mit Pressebildern am besten verfährt und den Argwohn der Pressestellen ein- für allemal ausräumt:

  1. Schnapp dir ein Bild von einer beliebigen Seite. Sobald du es in dein WordPress-System hochgeladen hast, gehen die Rechte auf dich über.
  2. Nenne dich selbst als Quelle und kennzeichne das Bild mit deinem eigenen Wasserzeichen.
  3. Verzichte auf die Angabe von Urheber, Lizenzinhaber, Lizenz und einen Link auf die Website des Fotografen.
  4. Bilder mit einer Creative-Commons-Lizenz dürfen grundsätzlich frei genutzt, vervielfältigt und weiterverkauft werden. Der Urheber ist hierbei nicht zu verlinken.
  5. Wenn sich das Bild nur über den Umweg eines Screenshots speichern ließ, ist das okay. Schreibe „Quelle: Screenshot“ dazu.

Das Internet ist ein rechtsfreier Raum und alles ist hier so viel einfacher als früher. Gottlob!

Warum Google den Smartphone-Krieg gewinnen wird

Früher:

– „Jürgen, du kennst dich doch mit Handys aus. Kannst du mir da was empfehlen? Ich will mir jetzt nämlich auch ein Smartphone kaufen. Ein paar hab ich mir schon angeschaut, aber es gibt da ja unendlich viele. Was würdest du mir raten?“
– „Hm, also zunächst mal würde ich fragen, wie groß es sein soll und was du alles damit machen willst. Willst du möglichst viel Freiheit, Dinge selbst konfigurieren und die größte Auswahl, dann würde ich dir Android empfehlen. Willst du eine einfache Bedienung, die neuesten Apps, regelmäßige Updates und auf Nummer sicher gehen, dann hol dir ein iPhone. Windows Phone kann ich inzwischen auch empfehlen, und vielleicht lohnt es sich sogar, auf die neuen Blackberrys zu warten… Android sagst du? Dann hat Samsung natürlich sehr viele zur Auswahl, HTCs One-Serie kann ich auch sehr empfehlen. Ist natürlich auch immer eine Frage des Geldbeutels. Sony ist auch immer einen Blick wert und wenn der Akku ewig halten soll, dann kommt vielleicht auch Motorola in Betracht… Hm, nee das ist schon fast zwei Jahre alt. Sicher nicht schlecht, aber die neuen sind meist deutlich dünner und trotzdem besser. Weißt was. Du machst dir ein paar Stichpunkte, was dir wichtig ist und welche Modelle du schon gesehen hast und was dir so vom Aussehen her gefällt. Dann schreib mir ne Mail und ich melde mich bei dir. Natürlich musst du letztendlich aber für dich selbst entscheiden…“

Heute:

– „Jürgen, du kennst dich doch mit Handys aus. Kannst du mir …“
– „Nexus 4.“