Über mich

Die Sache mit der Technik, dem Schreiben und einem neugierigen Tagträumer.

1987

Ein kleiner Dötz findet einen C64 unter dem Weihnachtsbaum. Danke, Mama und Papa! Die Jugend von heute wäre stolz auf uns: Wir schulten unser „analytisches Denkvermögen“ an Spielen wie „Maniac Mansion“ und „Zak McKrackan„, wir praktizierten Social Sharing ganz ohne Internet („Kannst mir das mal kopieren?“) und, ja, wir arbeiteten auch mit der Kiste! Mein größter Erfolg war ein halb vollendeter Videotext für den C64, programmiert in Basic. Der einzige, halb-öffentliche BTX-Terminal in der örtlichen Sparkasse wollte mich nicht in das lassen, was damals dem Internet an nächsten kam. Aber ich wusste, wenn ich groß bin, würde ich selber Videotext-Seiten schreiben!

1992

Die Familie begrüßt den ersten eigenen PC. Windows 3.11, Word und Excel für die Massen! Ich besserte mein Taschengeld damit auf, Zeitungen auszutragen. Vom dem Geld kaufte ich mir einen Walkman mit Antishock und Auto-Reverse – den ich dafür aufsetzte, um Zeitungen auszutragen. Ich übernahm die Bundesliga-Tippgemeinschaft in meiner Schule, dachte mir witzige Texte aus und machte später am PC eine kleine Zeitung daraus. Auflage: 30 Stück.

1997

Abizeit. Nachts trug ich weiter Zeitungen aus, tagsüber schrieb ich nun auch für das örtliche Wochenblatt, die Abizeitung, die Tippgemeinschaft und manchmal auch die Tageszeitung: Ausflüge ins Heuhotel, Grillabend der Senioren – das ganze Programm. Mein treuester Begleiter in der Zeit: ein Skyper, das Twitter der 1990er Jahre. Später abgelöst von meiner ersten Spiegelreflexkamera mit Autofokus. Bei Freunden ging ich zum ersten Mal ins Internet.

2002

Erstmal zum Bund, erstmal was lernen. Aber dieses Internet ließ mich nicht mehr los. Ich wollte Online-Journalist werden und schrieb mich für Technikjournalismus ein. Mein mittlerweile schon betagter erster eigener PC und mein erstes Handy zogen mit mir nach Bonn. Wohnungsbesichtigungen gestalteten sich an jenem 11. September 2001 etwas schwierig, weil ein paar Terroristen es für eine gute Idee hielten, ins World Trade Center zu fliegen. Schöner dafür das Studium: genau mein Ding, voller netter Menschen. Praktika bei einer Online-Redaktion, ein halbes Jahr in Singapur, eine Studienreise nach Japan und mein erstes eigenes Blog waren die Highlights. Ich investierte in meine erste Digitalkamera und meinen ersten Laptop. In der Hochschule entstanden die ersten WLAN-Hotspots.

2007

Erstmal frei sein! Das Studium vorbei und ich voller Tatendrang. Es war die große Zeit von E-Mail-Newslettern, Blogs und Podcasts. Ich bekam meinen ersten Mac, mein erstes Smartphone. Mein liebster Auftraggeber wurde eine kleine Agentur namens Fresh Info+++. Ich schrieb für Kunden wie Computacenter, eco, Spiegel Online, Turi2, die VDI Nachrichten und den Bonner Generalanzeiger. Mein erstes Techblog verkaufte ich. Nun mehr oder weniger frei, kam ich 2010 beim damals größten deutschen Techblog Basic Thinking unter; 2011 wurde ich dessen alleiniger Redakteur und Projektleiter. Es war die große Zeit deutscher Start-ups, von Social Media, Smartphones und dem Mobile Web, von großen Presseterminen und Reisen um die Welt. Eine turbulente, eine aufregende Zeit!

2012

Mein neuer Brötchengeber: die Schweizer Agentur Blogwerk mit den bekannten Blogs Neuerdings.com und Netzwertig.com. Ich stieg für beide Blogs als „Redaktor“ und stellvertretender Redaktionsleiter ein. Es war die große Zeit von Gadgets, Connected Devices und Crowdfunding, von digitalem Nomadentum und TV-Serien. Beinahe täglich sorgte eine neue Aktion auf Kickstarter für Aufsehen. Smartphones und Tablets waren längst zur Massenware geworden – und ich stolzer Besitzer von einer DSLM, eines MacBook Air und immer wieder neuen Testgeräten. Rückblickend meine schönste Zeit zusammen mit tollen Kollegen wie Jan Tißler, Martin Weigert, Thomas Mauch, Sven Wernicke und Frank Müller. Leider wurde Blogwerk Ende 2014 von ungeduldigen Zahlenschubsern abgewickelt. Eine Affenschande und sehr, sehr schade!

2017

Das neue Buzzword heißt „Content Marketing“, mein Hauptbrötchengeber ist Euronics und zusammen mit einem kleinen Team leite ich das Euronics Trendblog. Smart Home ist mittlerweile ein Mega-Trend, alles andere scheint heute Deep oder Machine Learning zu sein. Bei den einen hält künstliche Intelligenz Einzug, bei den anderen Industrie 4.0 und Elektroautos. Findige Köpfe arbeiten daran, den Mars zu bevölkern, dabei sollten sie doch lieber erst einmal das Elektroflugzeug erfinden. Wohin die Reise geht? Welche Gadgets wir morgen nutzen? Wer weiß das schon! Aber es wird schon alles gut werden, das kann ich euch versichern!

Jürgen Vielmeier, Dipl-Journalist (FH), Technikjournalist, Blogger und Texter